Von West nach Ost durch die Wiener Immobilienlandschaft

Die Stadt Wien gehörte bis zum 1. Weltkrieg weltweit zu den fünf größten Metropolen. Danach wurde Wien zum hauptstädtischen Wasserkopf eines kleineren europäischen Landes. Die Bevölkerungszahl rutschte deutlich unter die Marke von zwei Millionen Einwohnern. Die vergangene Pracht blieb jedoch auch durch den Bau- und Immobilienbestand bis heute für jeden erlebbar präsent. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs erfährt die Stadt jedoch wieder eine Renaissance. Die Metropole übernimmt zunehmend wieder ihre alte Funktion als Bindeglied zwischen Mittel- und Osteuropa. Die wachsende Stadt ist heute nach Berlin und noch vor Hamburg wieder die zweitgrößte Kommune im deutschsprachigen Raum.

Nach zweitägigen Kundengesprächen hatten wir die Möglichkeit die Stadt von West nach Ost an einem Tag auf einem 12 Kilometer langen Streifzug fußläufig und hautnah zu erkunden

Wien Stadtplan

Wien Stadtplan

Wir starten unseren Streifzug im westlichen Teil der Stadt am Schloß Schönbrunn und beenden ihn in der östlich gelegenen Donaucity.

Schloß Schönbrunn

Schloß Schönbrunn

Das barocke Schloß Schönbrunn mit seinem weitläufigen 160 ha großen Park ist heute Weltkulturerbe und ein touristisches Highlight im Zentrum Europas. Durch eine U Bahnstation ist das Anwesen mit dem Schnellbahnsystem der Stadt verbunden.

Äußere Mariahilfer Straße

Äußere Mariahilfer Straße

Die äußere Mariahilfer Straße verläuft ostwärts ungefähr vom Schloß bis zum Wiener Gürtel, einer äußeren Ringstraße, am Westbahnhof vorbei. Visuell erlebbar ist hier eine heterogene Randbebauung mit historischen Anlageimmobilien unterschiedlicher Größenordnung. Es präsentiert sich eine multifunktional genutzte Wohn- und Geschäftsstraße. Partiell werden Assoziationen an Hamburg-Ottensen geweckt. Eine Straßenbahnlinie verläuft mittig in der Straße

Westbahnhof, Außenansicht

Westbahnhof, Außenansicht

Spontan präsentiert sich der historische Kopfbahnhof als modernes architektonisches Ensemble. Der Bahnhof wurde erst 2010 umfangreich erneuert. In die Anlage ist auch ein Einkaufszentrum integriert. Sukzessiv hat der Bahnhof jedoch seine Funktion als Träger des Fernverkehrs in den letzten Jahren verloren. Seit 2015 hat der neu erbaute Wiener Hauptbahnhof, hier wurden und werden auch im Umfeld diverse Grundstücksentwicklungen realisiert, diese Funktionen endgültig übernommen. Es wäre schon interessant zu erfahren, welche Auswirkungen dieser Funktionsverlust u. a. auf die Mieterträge der ansässigen Einzelhändler hat. Welche Folgerungen ergeben sich für die Bewertung des Investments Einkaufszentrum?

Innenansicht, Westbahnhof

Innenansicht, Westbahnhof

Die renovierte Bahnhofshalle als ein architektonisches Zeugnis der frühen 50er Jahre.

Innere Mariahilfer Straße, großbürgerliches Wohn- und Geschäftshaus aus der Gründerzeit

Innere Mariahilfer Straße, großbürgerliches Wohn- und Geschäftshaus aus der Gründerzeit

Ab dem Westbahnhof präsentiert sich die innere Maria Hilfer Straße als ein urbaner Raum, der von großbürgerlichen Anlageimmobilien gesäumt wird. Die Straßenbahn ist hier aus dem Stadtbild verschwunden. Unterhalb der Fußgängerzone agiert eine leistungsfähigere U Bahnlinie.

Innenhof, Mariahilfer Straße

Innenhof, Mariahilfer Straße

Wenige Meter von der gut frequentierten Geschäftsstraße entfernt, ein ruhiger frisch renovierter Innenhof.

Trzesniewski, Mariahilfer Straße

Trzesniewski, Mariahilfer Straße

Abseits der weltweit überall vertretenen Gastronomieketten präsentiert sich Trzesniewski mit seinen belegten Schnittchen als lokale Wiener Institution auch auf der beinahe endlosen Mariahilfer Straße.

Mariahilfer Kirche, Mariahilfer Straße

Mariahilfer Kirche, Mariahilfer Straße

Ähnlich wie in München in der Kaufinger Straße ist auch hier eine Barockkirche aus dem Jahr 1715 eine sehenswerte Abwechslung im Straßenbild

Albertinaplatz, 1. Bezirk

Albertinaplatz, 1. Bezirk

Am Albertinaplatz hat man schon die Ringstraße überquert. Die Ringstraße wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum städtebaulichen Meilenstein. Ein begehrter Ort für die Grundstücksentwicklungen der Immobilieninvestoren. Das ansässige Kunstmuseum Albertina ist eines der vielen Sehenswürdigkeiten im 1. Bezirk.

Stephansdom, 1. Bezirk

Stephansdom, 1. Bezirk

Der gotische Dom im Zentrum der alten Stadt. Heute ein Sakralbau, der auch stark vom touristischen Kommerz geprägt ist.

Taborstraße, Nähe Praterstern

Taborstraße, Nähe Praterstern

Mit der Überquerung des Donaukanals, beileibe damit noch nicht der Donau, hat man den touristischen Schwerpunkt der Altstadt wieder verlassen. Es bietet sich ein Straßenbild mit deutlich schlichteren Anlageimmobilien. Es sind spürbar weniger Passanten unterwegs, auch in der Taborstraße.

Praterstern

Praterstern

Ein innerstädtischer Verkehrsknoten der U und S Bahnhof Praterstern. Ein Einfallstor zum neben dem Kopenhagener Tivoli wohl bekanntesten historischen Vergnügungspark der Welt.

Inschrift Genossenschaftsbau, Lasallestraße

Inschrift Genossenschaftsbau, Lasallestraße

Wien wird nicht nur von hochherrschaftlichen Bauten geprägt, sondern in großen Teilen der Stadt auch von beeindruckenden kommunalen Wohnblöcken, die nach dem Ende der Monarchie zahlreich im Stadtgebiet errichtet worden sind. Es soll mit ungefähr 270.000 Einheiten europaweit der größte kommunale Wohnungsbestand sein. Entsprechend groß ist auch der Einfluß auf den Wohnungsmarkt und seine Preisbildung

Growshop, Lasallestraße

Growshop, Lasallestraße

Man ist etwas erstaunt, zwischen den Genossenschaftsbauten befindet sich doch tatsächlich an der breiten alleeartigen Lasallestraße, Vergleiche mit der Berliner Karl-Marx-Allee sind nicht unbedingt fehlplatziert, der größte Hanfladen Europa. Es soll sich um einen Grenzgang im juristischen Graubereich handeln.

Genossenschaftsbau, Lasallestraße

Genossenschaftsbau, Lasallestraße

In der Lasallestraße ein beeindruckendes opulentes kommunales Wohnensemble.

Donaucity

Donaucity

Am Handelskai vorbei über die Reichsbrücke und Donauinsel hinweg erreicht man das eher futuristisch anmutende Wien in der Gestalt der Donaucity. Hier sind die großvolumigen Investmentobjekte der institutionellen Anleger platzier

Straßenszene, Donaucity

Straßenszene, Donaucity

Donaucity ein großer Gegensatz zur traditionsreichen Mariahilfer Straße und zum Bezirk Mariahilf. Es wirkt hier alles etwas kalt und leer – wir befinden uns aber auch noch in der kälteren Jahreshälfte.